Nein, Ihr wollt das alles nicht wissen

Gumball 3000

Heute ist die Gumball 3000 an Bremen vorbeigefahren. Darauf habe ich schon mehrere Wochen gewartet und wollte mit den Kindern ein paar Blicke auf die Autos werfen.

Leider war der planmäßige Stopp in Deutschland bei Brabus, zu weit weg um mit autobegeisterten Kindern hinzufahren. Also ab an die A1 und schön vom Parkplatz gucken und Fotos machen.

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Als der erste Wagen vorbei kam war der erste Polizeiwagen auch schon da und hat uns einen viel besseren Platz an einer Fußgängerbrücke empfohlen.

Naja, viel kann man nicht sehen, war aber ganz nett zuzuschauen, was so an PS-Boliden vorbeigefahren ist. Jeder der Wagen hatte mindestens 4 Mal so viel PS wie mein Fiat 500 glaube ich 😉

Hier meine Bilder. War der erste Schwung Fahrzeuge.

 

Wahlprogramme zur Bürgerschaftswahl 2015 als Wordle im Vergleich

Heute fahre ich so durch die Straßen und sehe das Plakat der CDU auf dem steht WLAN in Bussen und Straßenbahn gefordert wird. CDU! Und das von unserer bibeltreuen Frau Motschmann. 😉

Da ich für die Piraten antrete kann ich natürlich auch sofort kontern und herausstellen, dass wir ein offenes WLAN für die ganze Stadt fordern. Wir haben schließlich 2015.

Da ich Wordle mag und die Bürgerschaftswahl 2015 vor der Tür steht habe ich mir dann die Wahlprogramme einiger Parteien als Wordle angesehen. Schon interessant, was da so rauskommt.

1. SPD

wordle_spdDie SPD in Bremen hat ja erfahrungsgemäß kein „Wahlprogramm“ sondern ein „Regierungsprogramm“. Wer seit dem zweiten Weltkrieg in Bremen an der Macht ist, kann sich sowas dann wohl schon erlauben… ich finde es das jedenfalls etwas arrogant.

„Bremen“ und „Menschen“ sind häufige Wörter. „Bremerhaven“ erkennt man auch.

 

2. Grüne

wordle_gruenHier erkennen wir sofort, dass es sich um ein Wahlprogramm der Grünen für Bremen handelt. Menschen kommt natürlich auch wieder häufig vor. Aber „klar“, „setzen“ ?

 

 

 

3. CDU

wordle_cduOk, Einiges weniger an „Menschen“, ist ja auch CDU. Der Parteiname und „Bremerhaven“ fällt auch ein bisschen mehr auf. „Müssen“ wundert mich in diesem konversativem Zusammenhang auch nicht wirklich.

Ich suche grad noch nach „Bibel“. „Christlich“ kam übrigens in der Einleitung schon gleich vor…

 

 

4. Linke

wordle_linkeDie Linke Bremen. Hier „müssen“ die Bürger auch viel „mehr“- oder die Partei …  „innen“ ist auch klar (und leider falsche Rechtschreibung, aber wir wissen ja, was damit gemeint ist 😉 ).

Etwas mehr fällt mir hier auf den ersten Blick „sozial“ und „Arbeit“ noch ins Auge.

 

 

5. Piratenpartei

wordle_piraten„Piraten“ und „Bremen“ stellt sich auch sofort in den Vordergrund. Das ist ja nichts ungewöhnliches. Und „Menschen“ natürlich auch. Aber hier etwas mehr „fordern“ und „sollen“ statt „müssen“. Da wir ja auch einiges für den „öffentlichen“ Raum fordern steht das auch deutlicher.

Diese Partei könnt ihr natürlich ohne Bedenken wählen! Liste 7 mit mir.

6. FDP

wordle_fdpDie beim letzten Mal rausgewählte FDP will wieder in die Bürgerschaft. Das Programm bezieht sich eindeutig mehr auf Bremerhaven und „Bürger“.

Mir fällt hier noch „Hochschulen“ auf. Aber lasst mal die Lobbyisten aus anderen Ecken kommen, dann sind wieder deren Themen relevanter als Bildung und Schulen.

 

 7. Die PARTEI

Leider konnte ich kein Wahlprogramm finden. Das ist aber nicht schlimm, denn man kann hier eh nichts falsch machen mit seiner Stimme. Die haben ein paar ganz tolle Menschen auf ihrer Landesliste 😀

8. Andere

BIW ist doof, die AfD auch. Beide absolut unwählbar. Lasst es. Dort dürfen echt keine Kreuze hin.

LimeSurvey-Theme

Ich habe mal ein Theme für LimeSurvey erstellt, um das Layout in Piraten-Farben hinzubekommen. Kam jetzt schon öfter die Nachfrage danach.

Also hier könnt ihr euch das runterladen: http://hilope.de/pp_basic.zip

Viel Spaß damit 😉

Was geht und was bleibt

CC BY-NC-ND 2.0 von Sebastian Lamers via Flickr (http://www.flickr.com/photos/sebastianlamers/)

Bremer Stadtmusikanten (CC BY-NC-ND 2.0 von Sebastian Lamers via Flickr, http://www.flickr.com/photos/sebastianlamers/)

Was bleibt – Ein kleiner Tätigkeitsbericht und Dank

Zeit ist Geld. Und wenig Zeit sind auch mangelnde Programmpunkte. Den Tätigkeitsbericht auf dem Bundesparteitag in Bremen werde ich kurz halten und auf diesen Beitrag verweisen. Denn die Wahl des neuen Bundesvorstandes in Bremen wird erfahrungsgmäß viel Zeit in Anspruch nehmen.

Teil 1: Verwaltung

Mitgliederverwaltung. Dickes Ding. Ich habe die Einführung unserer Buchhaltungs- und Mitgliederverwaltungssoftware zwar nicht beschlossen, aber begleitet. So ziemlich von Anfang an. Die Professionalisierung in diesem Bereich war ein wichtiger Schritt den Rene und Wilm damals eingeschlagen haben. Natürlich läuft nie alles rund bei Einführung eines neuen System. Das kennt jeder. Aber wir mussten diesen Schritt gehen. Es geht nicht nur um inhaltliche Programmerweiterung sondern auch um eine strukturelle Erweiterung und um Verbesserung. Denn das war auch immer mein Ziel.

Swanhild und ich haben uns in diesem Bereich wirklich sehr gut ergänzt. Buchhaltungssoftware, Mitgliederverwaltung. Das haben wir versucht, auf stabile Füße zu stellen. Die Genseks und Schatzmeister der Untergliederungen haben hier auch einen unglaublich wichtigen Beitrag geleistet mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen. Ich danke euch für die wirklich tolle Zusammenarbeit der letzten 1,5 Jahre.

Was noch kommen muss: Wir müssen die zentralen Knotenpunkte der Verwaltung besser bündeln. Wichtige und sinnvolle Schritte sind zum Beispiel das zentrale Beitragskonto, die gemeinsame DSV-Verwaltung im CRM und so weiter. Denn warum soll in jeder Gliederung das Rad wieder neu erfunden werden? Warum soll bei Amtsübergabe an einen Nachfolger erstmal die gesamte Verwaltung der Gliederung arbeitsunfähig sein nur weil man sich einarbeiten muss? Schaffen wir doch die Voraussetzungen, dass Schatzmeister und Gensek sich nicht um Beitragsverbuchung oder Adressänderungen scheren müssen – hier kann dann endlich strategisch gearbeitet werden. Muss strategisch gearbeitet werden.

Ihr habt immer viele Mails (und Briefe) von mir bekommen. Seien es vorgeschriebene Mails wie Einladungen zu Parteitagen, aber auch Umfragen, Newsletter oder einfach auch Infos über Neuigkeiten aus der Partei. Nicht jeder war davon begeistert, aber der deutlich überwiegende Teil der Mitglieder hat sich informiert gefühlt und mir oft genug dafür gedankt. Eine Partei hat in meinen Augen die Pflicht zu informieren. Dem bin ich nachgekommen und denke, dass ich hier ein gutes Verhältnis geschaffen habe.

Mein Dank gilt vor allem Hendrik, ohne den ich aufgeschmissen wäre. Bei der Vorbereitung der Einladungen zu Parteitagen muss ich ein spezielles Lob an Moritz aus der BGS aussprechen – die Zusammenarbeit lief bis zuletzt absolut terminiert und genial in der Absprache der Prozesse. Im Support danke ich Dominik und Sascha, die mich wirklich entlastet haben bei diesen ganzen Tickets. Und Markus, der Skripts zur Bounce-Bearbeitung durchlaufen lässt, damit ich sauber Daten habe.  Und allen Mitgliederverwaltern, die zeitnah die Daten aufbereitet und korrigiert haben. Danke auch an Menschen, wie Carsten, Stephan, Kat und Dirk, die umfangreiche Umfragen im Limesurvey vorbereitet haben, damit wir Meinungen, Entscheidungen und vieles mehr abbilden können. Und Gefion und das Team der Flaschenpost hat wunderbare Vorlagen für unseren Mitglieder-Newsletter geliefert, macht weiter so 🙂

Teil 2: BundesIT

Wir haben Menschen, die sich tagtäglich um den Erhalt unserer Systeme kümmern. Es wird ihnen viel zu wenig gedankt! Auch ich habe hier sicher nicht oft genug „Danke“ gesagt. Sich die Nächte um die Ohren zu hauen weil ein System hakt, eine Festplatte ausgefallen ist oder das Wiki mal wieder streikt… Es ist nicht mehr zu stemmen gewesen. Unsere Systeme benötigten ein Upgrade. Durch die erfolgreiche Spendenaktion letztes Jahr konnten wir eine Menge Geld in neue Hardware stecken – die personellen Ressourcen allerdings haben wir sträflich vernachlässigt.

Ab November haben wir bezahltes Personal in der IT, ab Januar noch eine Stelle mehr. Auch das ist Teil der notwendigen Professionalisierung innerhalb der Partei. Wir werden aber weiterhin nicht ohne ehrenamtliche Leistungen auskommen. Das Geld für Personal ist immer noch zu knapp und muss sukzessive an vielen Stellen erweitert werden. Nur mit bezahltem Personal können Projekte auch vernünftig umgesetzt und betreut werden. Ich hatte hier eigentlich noch viel vor. Die Zeit war hierfür aber wohl zu kurz. Und die Personalsituation ist auch zu spät in Angriff genommen worden von mir. Es ist noch viel zu tun, aber ich denke, die Entwicklung ist hier gut angestoßen und wir werden immer besser.

Danke an Thorsten, Chrit, Thomas, Borys, Daniel, Steffi, Steffen, Florian, Kevin, Markus, Michael, Stephan und alle nicht namentlich angesprochenen Personen. Ihr seid eine wichtige Stütze unserer Infrastruktur!

Teil 3: alle anderen Sachen 🙂

Nach Möglichkeit habe ich versucht, an möglichst vielen Parteitagen und anderen Veranstaltungen teilzunehmen. Aber auch ich muss sehen, dass ich neben meinem Beruf noch Zeit finde. Die Tätigkeiten hier sind dann meist innerhalb der Woche in Mumble-Sitzungen, Telkos gelaufen, das kann man auch gut unabhängig vom Ort machen. Hier liefen viele Sachen, aber alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Wenn ihr sehen wollte, was so an „spannenden“ Sachen lief könnt ihr das unter https://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Hilope/GenSek_2012 für 2012 und unter https://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Hilope/GenSek_2013 für 2013 sehen. Ich habe dort immer versucht, alles grob zu erfassen, was anfiel. Vieles ist gar nicht erwähnt.

Hier könnte ich jetzt so viele Namen aufzählen. Ich erwähne hoffentlich alle, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Wichtig der gesamte BuVo meiner Amtszeit: Bernd, Sebastian, Markus, Swanhild, Klaus, Julia, Matthias, Johannes, Katta, Christophe und Andi! Danke an euch. Wir haben viel erreicht und es war eine tolle Zeit mit euch. Aber ohne die wahnsinnig tolle Unterstützung von Niqui hätten wir vieles übersehen behaupte ich mal. Wählt sie in den nächsten Bundesvorstand, denn sie ist wirklich toll!
Und die Idee von Klaus, zwei Juristen zur Unterstützung des Vorstands ins Boot zu holen war sehr sinnvoll. Danke Bernhard und Jochen!

Dem Team der BGS mit Kerstin, Moritz, Gabriele, Birgit und den vielen anderen Helfern möchte ich für die zeitraubenden und sicher auch teilweise nervigen Aufgaben, die ihr bekommen habt, danken.

Wegen der Parteitage: Ich danke der Antragskommission, allen Wahlleitern und Wahlhelfern der Parteitage, allen Akkrediteuren, allen Kassierern, allen Netzwerkern, allen Teamleitern und dem Kopf der Parteitage: Florens, der umsichtig und vorausschauend die Planungen erledigt.

Mit der Presse für mich haben sich Sebastian und Carolin hervorragend beschäftigt und mich sehr viel entlastet – auch wenn ich nicht der begehrteste BuVo für die Presse war kamen doch öfter Wellen von Anfragen an mich.

Ganz zum Schluss noch zu erwähnen: Jan und Lars für die immer kurzfristige und hilfreiche Beratung im Datenschutz.

Was geht – Was wird beim BPT13.2 passieren

Ich werde auf dem Bundesparteitag in meiner Heimatstadt Bremen nicht mehr für den Posten den Generalsekretärs kandidieren.

Aber ich werde weiterhin in der Bundesverwaltung arbeiten, die IT supporten und die Dinge fortführen, die ich begonnen habe. Unterstützung ist immer wichtig und in vielen Bereichen habe ich genug umgesetzt, um dort weiterhin meine Zeit einzubringen. Sofern mein Nachfolger eine Zusammenarbeit wünscht stehe ich also zur Verfügung. Hier hoffe ich auf eine sinnvolle Wahl, die Kandidatur meines Wunsch-Genseks wird hoffentlich in Kürze auf den Wiki-Seiten zu finden sein.

Meine Entscheidung hat übrigens nichts mit bestimmten Kandidaten für den Bundesvorstand zu tun – sofern das jemand vermuten sollte. Ich habe mir diese Kandidatur seit der Bundestagswahl überlegt.

Selbsthilfegruppe Verwaltung in der Piratenpartei

Gastbeitrag von Swanhild Goetze

Wir sind eine politische Partei. Wir möchten in den Bundestag, in die Landtage und in weitere Parlamente. Dieses Ziel wird vom deutschen Staat finanziell unterstützt, wenn wir EINEN Rechenschaftsbericht einreichen, der dem Parteiengesetz entspricht.

Wenn man das entsprechende Gesetz durchliest, sieht es so aus, als ob das recht easy ist. Aber dann kommen die Feinheiten. Und glaubt mir, die müssen ALLE beachtet werden. Jede einzelne Feinheit und Besonderheit.

In 2009, als wir das erste Mal unseren EINEN Rechenschaftsbericht eingereicht haben, holten wir uns Hilfe von einer Steuerberaterin, die alle Buchungen in datev einhämmerte. In 2010 wurde sie von einem Buchhalter unterstützt, den wir auf freiberuflicher Basis anheuerten. Schon da war uns klar, dass wir uns selber eine Lösung einfallen lassen müssen. Nach Prüfung von diversen Möglichkeiten haben wir in der Verwaltung uns dann 2011 dafür entschieden, dass wir eine zentrale Buchhaltung von Sage haben wollen.  Wer ist wir? Das sind die Landesschatzmeister und Landesgenseks zusammen mit den beiden verantwortlichen Bundesvorstandsmitgliedern, die dafür die Verantwortung tragen, dass wir am Ende EINEN Rechenschaftsbericht erstellen können. Für die Auswahl von Sage waren die Kosten und die schnelle Verfügbarkeit ausschlaggebend.

Mitte 2012, also vor ungefähr 10 Monaten,  haben wir dann begonnen, Sage  einzuführen. Wir mussten viele Grundeinstellungen einpflegen und uns über einheitliche Abläufe verständigen. In der freien Wirtschaft benennt man dafür 5 Leute und gibt denen 1 Jahr Zeit, diese Voraussetzungen zu schaffen, damit alle damit arbeiten können. Dummerweise hatten wir nicht das Geld, uns 5 Vollzeitkräfte für ein Jahr zu bezahlen. Also haben wir uns selbst geholfen. Ich habe anfangs die Daten der Gliederungen, ihre Hausbanken und ähnliches angelegt. Irmgard und Lothar haben mir dabei sehr geholfen und mir das später ganz abgenommen. Die beiden haben dann einfach angefangen, ihre Daten zu buchen. Irmgard hat alles fein säuberlich aufgeschrieben, damit andere Schatzmeister eine Anleitung haben.  Inzwischen sind die Grunddaten vorhanden, Anleitungen geschrieben und alle Gliederungen können Daten buchen.

Einige Schatzmeister haben sich auf uns verlassen und ebenfalls einfach angefangen, mit Sage zu buchen. Viele Fragen wurden gestellt und sie wurden alle beantwortet. Mal schnell mal ein wenig langsamer. Auf unserer internen Verwaltungsliste gibt es ein Phänomen innerhalb dieser Piratenpartei: Jeder kann dort Fragen stellen und es wird keiner dumm angemacht, sondern er bekommt geduldig und sachlich seine Fragen beantwortet. Passiert mal ein Fehler, wird der Verantwortliche nicht niedergeschrieben, sondern man versucht in Ruhe die Ursache zu finden, damit der Fehler behoben wird. Denn wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen EINEN Rechenschaftsbericht am Jahresende herausbekommen. Sonst gibt es nämlich keine Knete vom Staat, weil die dann an die anderen Parteien verteilt wird.

Im Laufe der vergangenen Monate haben sich weitere Schatzmeister zu Experten fortgebildet. Auch sie können jetzt Fragen von anderen zuverlässig beantworten oder helfen uns mit ihrem Fachwissen. Und das alles neben ihren eigentlichen Aufgaben als Schatzmeister. Denn wir kommen dadurch weiter, dass wir uns gegenseitig helfen, uns dadurch weiterbringen und dadurch unser Ziel erreichen: EINEN Rechenschaftsbericht.

Neben dieser Selbsthilfegruppe in der Verwaltung gibt es aber auch Piraten in der Verwaltung, die uns nicht vertrauen, sondern ihre eigenen Systeme mehr oder weniger gut weiterlaufen lassen.  Das mag für ihre eigenen Akkreditierungen ausreichend sein, bringt uns aber nicht voran, wenn wir EINEN Rechenschaftsbericht abgeben wollen. Und aus diesem Grund nehmen wir im Bundesvorstand keine Rücksicht mehr auf diese Eigenlösungen, denn sie gefährden das Ziel des EINEN Rechenschaftsberichtes für die Gesamtpartei. Und damit gefährden sie die Erlangung der staatlichen Parteienfinanzierung. Unser Rechenschaftsbericht 2012  muss in 4 !! Monaten abgegeben werden. Vorher muss er noch konsolidiert werden, also alle Buchungen müssen zusammengefasst werden. Die  gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten müssen abgestimmt werden. Bisher hat das alles ein bezahlter Buchhalter für uns erledigt, aber dieses Jahr müssen wir das selber neben unseren sonstigen Aufgaben schaffen.  Wenn wir das erledigt haben, muss der Wirtschaftsprüfer noch drübergucken. Und immer noch gibt es verschiedene Landesverbände, die sich schwertun, ihre Buchungen in Sage einzuarbeiten.   Warum? Weil sie es einfach nicht tun, sondern auf ihre Eigenlösungen vertrauen. Wir sind aber nicht 16 Parteien, sondern wir sind eine Partei, die EINEN Rechenschaftsbericht einreichen muss. Deshalb sollten die Verantwortlichen der Eigenlösungen schnellstens den Umstieg auf Sage mit aller gebotenen Dringlichkeit in die Wege leiten. Die Verwaltungsselbsthilfegruppe wird jeden gerne unterstützen, sofern er sich outet, dass er Hilfe haben möchte. Dann gibt es auch keinen Aufschrei, wenn die LQFB-Zugänge gestrichen werden, weil wir im Bundesvorstand die Eigenlösungen nicht länger hinnehmen. Das haben wir seit Herbst letzten Jahres angekündigt und nun machen wir Ernst damit. Wer nicht hören will muss fühlen. Oder wir können auch gleich das Projekt des EINEN Rechenschaftsberichtes streichen. Spart verdammt viel Arbeit.

Swanhild

Flüssige Demokratie – Mein Fazit aus der Umfrage

Vorhin war die „kleine“ Version einer Umfrage zu Ende, die die Frage nach Verfahren zu mehr Beteiligung gestellt hat. Ich habe diese an die Mitglieder versandt, die an Umfragen teilnehmen möchten. 1260 Mitglieder sind dem Aufruf gefolgt.

Die Mitglieder sollten abstimmen über dezentrale Parteitage, Urnenwahl, Briefwahl und das heiß umstrittene Thema Online-Beteiligung. Gerade im Vorfeld des BPT in Neumarkt, wo wir auch über Anträge zur SMV (Ständige Mitgliederversammlung) abstimmen werden ist das natürlich ein interessanter Punkt.

Der Antrag an uns als Bundesvorstand beschäftigte sich mit deutlich mehr Fragestellungen. Wir haben uns aber dann entschlossen vor dem BPT nur die kleine Version und nach dem BPT die größere Version der Umfrage zu starten. Denn eine wichtige Entscheidung wird ja sein, OB wir überhaupt diese SMV-Geschichte haben wollen.

Meine Meinung war bislang immer sehr skeptisch gegenüber der SMV, dann doch lieber „echte“, aber dezentrale Parteitage. Denn wie gehen wir mit geheimen Wahlen um, wie ist die Nachvollziehbarkeit zu klären…. alles Fragen, die sich ja schon beim LiquidFeedback stellen. Und dieses LiquidFeedback ist für mich (trotz der Verbesserungen im Laufe des letzten Jahres) leider immer noch ein Unding der Benutzerfreundlichkeit. Am liebsten würde ich Jakob Nielsen mal als Berater in Bezug auf die Usability beauftragen. Aber es gibt mehr Lösungen als LiquidFeedback. Das erstmal so dahingestellt.

Die Ergebnisse der Umfrage liegen mir nun vor und die Rohdaten werde ich die nächsten Tage noch im Wiki veröffentlichen. Das Ergebnis war für mich jetzt nicht wirklich überraschend, denn es deckt sich mit meiner Erwartung an die gestellten Fragen.

1. „Sollen dezentrale Parteitage, also parallel stattfindende, miteinander vernetzte Versammlungen an verschiedenen Orten eingeführt werden?“

ld_dezentral

Interessanter Punkt. Ist für mich allein aus Kostengründen spannend. Wenn es rechtlich sauber abläuft denke ich, kann man sowas gut umsetzen. Die ersten Gliederungen machen ja auch ihre Erfahrungen damit.
Unsere Mitglieder sind da scheinbar sehr aufgeschlossen mit 67%.

2. „Soll ein System, in dem vor Ort Stimmabgaben der Piraten möglich sind, genutzt werden? (Offlinewahl/Urnen)“

ld_urnenkram

Eine Variante, die in meinen Augen für speziellere Abstimmungen sicher Sinn macht, aber in der dauerhaften Etablierung wohl kaum effektiv und nachvollziehbar ist. Hier stellt sich auch die Frage der Diskussionsmöglichkeiten. Mir sind keine definierten Rahmenbedingungen bekannt, kommt für mich auch kaum in Betracht, wenn es bessere Varianten gibt.

3. „Soll ein System, mit dem per Brief Stimmabgaben der Piraten möglich sind, genutzt werden?“

ld_briefkram

Danke. Das ist nämlich totaler Quatsch und erzeugt viel zu viele Kosten. Ich habe mir da mal ein Angebot eines Dienstleisters eingeholen lassen, um die Kosten einer Urwahl abzuschätzen. Vergesst es. Bitte. Dafür fehlen uns einfach die Mittel und für die gleichen Kosten können wir einen günstigen BPT über zwei Tage abhalten.

4. „Soll ein System, in dem online Meinungsbilder der Piraten erhoben werden können, genutzt werden?“

ld_online

Oha. Da hatte mich die Zahl doch glatt überrrascht. Aber Moment … wir waren doch die Partei, die Veränderungen will, mehr Beteiligung, barrierefreier, oder? Online?

Ob es repräsentativ ist oder nicht. 1034 Mitglieder (von 1260 Teilnehmern) wollen online mitbestimmen. Das passt doch irgendwie zu dieser „Internet-Partei“. Ja, ich möchte online arbeiten, das mache ich den ganzen Tag schon. Und da sind Abstimmungen auch wirklich kein Teufelswerk in der heutigen Zeit.

Und es muss regelmäßig laufen. Feste Termine. Auch hier meine Meinung getroffen:
ld_online_wieBei der Frage, über was wir abstimmen zeichnet sich ein sehr vorsichtiges Bild an.
ld_online_was(dieses Serie7 ist scheinbar ein Fehler und soll „nicht beendet oder gezeigt“ bedeuten vermute ich)

Mir reichen diese Punkte wirklich. Das Quorum von 50% haben hier zwei Punkte erreicht:

  • verbindliche Stellungnahmen (was soll das genau sein?!)
  • Positionspapiere

Reicht mir absolut für den Anfang. Satzungsänderungen (32%) sind raus. Das ist eh immer langfristiger angelegt. Über Programmänderungen (48%) kann man sicher streiten. Aber gerade über Positionspapiere online abzustimmern, ermöglicht uns ein schnelleres und effektiveres Handeln in der Tagespolitik. Hier sind wir einfach zu träge und müssen zeitnaher Stellung beziehen.

Den Rest der Daten könnt ihr dann selbst noch auswerten. Für meinen Teil sind Ziele mittlerweile stimmig.

Mein Fazit

Ich werde auf dem BPT die Variante des SÄA012 bevorzugen, der Antrag deckt sich mit den Umfrageergebnissen und scheint der beste Konsens für dieses „Projekt SMV“ zu sein. Fangen wir erstmal mit diesen Sachen an. Verändern können wir immer noch. Wir lernen aus den kommenden Erfahrungen.

Und wir müssen uns noch mit Tools beschäftigen. Hier ist mir eine Mischung der Möglichkeiten wichtig. Wir können uns nicht auf ein Tool beschränken, müssen hier dieses Experiment SMV einfach mit der Vielfalt bestreiten und die vorhandenen Möglichkeiten und vielleicht auch unseren eigenen Horizont erweitern. Die Chance hätten wir in Neumarkt.

Waren wir nicht die mit den innovativen Ideen? Ich freue mich jedenfalls auf dieses politische Experiment.

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